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Ansprüche, die reihenweise liegen bleiben

Hier sammeln wir Leistungen, auf die Sie einen Rechtsanspruch haben. Trotzdem bleiben sie oft ungenutzt. Denn man muss sie beantragen, und niemand weist von sich aus darauf hin. Bei jedem Punkt steht der Paragraf, damit Sie ihn gegenüber der Kasse nennen können.

Wir empfehlen Ihnen, diese Tipps ernst zu nehmen und der Reihe nach durchzugehen. Jeder einzelne ist bares Geld oder eine Entlastung, die Ihnen zusteht - und meistens genügt ein Anruf oder ein Formular.

Inhalte zuletzt geprüft am 24. Juli 2026.

Ein Teil dieser Sammlung gehört zu CareNavi Plus - einem Zusatzangebot, das Sie hier noch nicht buchen können. Bezahlt wird das Zusammentragen, nie der Anspruch - was Plus enthält und was frei bleibt.

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Geld, das oft liegen bleibt

Diese Beträge stehen jedem zu, der die Voraussetzungen erfüllt. Ausgezahlt wird trotzdem nur, was Sie abrufen - von selbst überweist keine Pflegekasse etwas.

131 € im Monat, gültig bis zum 30. Juni des Folgejahres

Der Entlastungsbetrag steht ab Pflegegrad 1 zu und wird gegen Rechnung erstattet: Betreuungsgruppen, Alltagsbegleitung, Haushaltshilfe, Eigenanteile bei Tages- und Kurzzeitpflege. Nicht abgerufene Monate verfallen nicht sofort.

  • Was im Kalenderjahr übrig bleibt, können Sie noch bis zum 30. Juni des Folgejahres einreichen. Danach ist es weg.
  • Suchen Sie alte Rechnungen des Vorjahres heraus, bevor dieser Termin verstreicht - das ist der häufigste Grund, warum Geld verfällt.
  • Das Angebot muss nach Landesrecht anerkannt sein. Die Liste kennt Ihre Pflegekasse. Bar bezahlt ohne Rechnung wird nichts erstattet.
Anerkannte Angebote in Ihrer Nähe
bis 1.572 € im Jahr § 45b SGB XI

42 € im Monat für Handschuhe, Betteinlagen, Desinfektion

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch zahlt die Pflegekasse ab Pflegegrad 1. Viele Anbieter liefern eine monatliche Box nach Hause und übernehmen den Antrag gleich mit.

Antrag als Musterbrief drucken
bis 504 € im Jahr § 40 Abs. 2 SGB XI

Hausnotruf: 25,50 € im Monat übernimmt die Pflegekasse

Ab Pflegegrad 1, wenn Ihr Klient viel allein ist und im Notfall nicht selbst Hilfe rufen könnte. Das deckt meist die Grundgebühr. Für Anschluss und Einweisung kommen einmalig 10,49 € dazu.

  • Erst bewilligen lassen, dann den Vertrag schließen - umgekehrt zahlt die Kasse nicht.
  • Zusatzleistungen wie Schlüsseldepot, Sturzsensor oder mobiler Notruf außer Haus gehen auf eigene Rechnung.
306 € im Jahr § 40 Abs. 1 SGB XI

7 weitere Tipps in diesem Abschnitt sind für CareNavi Plus vorgesehen.

Steuer, Rente und Zuzahlungen

Diese Ansprüche laufen nicht über die Pflegekasse, sondern über Finanzamt und Krankenkasse. Sie wirken erst im Folgejahr - und werden deshalb besonders oft übersehen.

7 weitere Tipps in diesem Abschnitt sind für CareNavi Plus vorgesehen.

Beim Pflegegrad nichts verschenken

Hier geht es nicht um Tricks, sondern um Reihenfolge und Wortwahl. Beides entscheidet über Punkte, und Punkte entscheiden über den Grad.

Der Anruf zählt, nicht das ausgefüllte Formular

Leistungen gibt es rückwirkend ab dem Monat, in dem Sie den Antrag stellen. Ein formloser Anruf bei der Pflegekasse sichert dieses Datum, Unterlagen dürfen nachkommen. Jeder Monat Zögern kostet ein Monatspflegegeld - bei Pflegegrad 3 sind das 599 €.

  • Notieren Sie sich Datum und Namen der Person am Telefon.
  • Wer erst auf die Diagnose oder auf vollständige Unterlagen wartet, verliert Monate, die niemand nachzahlt.
Antrag als Musterbrief drucken
je Monat 347 bis 990 € § 33 Abs. 1 SGB XI

Bewertet wird der Alltag, nicht die Diagnose

Nicht die Diagnose zählt, sondern was nicht mehr allein geht. Sagen Sie also nicht „Demenz“, sondern „steht nachts dreimal auf und findet nicht zurück“. Das ist der häufigste Grund für einen zu niedrigen Bescheid.

Selbst grob einschätzen
§ 14 SGB XI

Zwei Wochen Notizen schlagen jede Erinnerung

Die Begutachtung ist ein einzelner Termin, an dem sich viele Menschen zusammenreißen. Ein guter Tag drückt den Pflegegrad. Notizen über zwei Wochen zeigen den Durchschnitt - und die schlechten Tage, die im Gespräch untergehen.

  • Notieren Sie, wie oft Hilfe nötig war und wie lange sie gedauert hat.
  • Beschönigen Sie nichts - aber übertreiben Sie auch nicht. Die Gutachterin sieht die Wohnung.
Empfehlung des Medizinischen Dienstes

Widerspruch ist kostenfrei und kann den Grad nicht senken

Die Frist beträgt einen Monat ab Bekanntgabe des Bescheids, nicht vier Wochen. Ein formloser Satz wahrt sie, die Begründung darf nachkommen. Fordern Sie das vollständige Gutachten des Medizinischen Dienstes an - es zeigt, wo Punkte fehlen.

  • Ein bereits zuerkannter Pflegegrad kann durch den Widerspruch nicht sinken.
  • Bleibt es beim Nein, ist die Klage vor dem Sozialgericht gerichtskostenfrei (§ 183 SGG).
Widerspruch schreiben
§ 84 SGG

Entscheidet die Krankenkasse nicht in drei Wochen, gilt Ihr Antrag als genehmigt

Für Hilfsmittel und Reha muss die Krankenkasse in drei Wochen antworten. Holt sie ein Gutachten ein und sagt Ihnen das, sind es fünf. Danach gilt Ihr Antrag als genehmigt.

  • Halten Sie fest, wann Ihr Antrag bei der Kasse ankam. Ohne dieses Datum lässt sich die Frist nicht belegen.
  • Weisen Sie die Kasse nach Ablauf schriftlich darauf hin und setzen Sie eine kurze Nachfrist.
  • Achtung: Für den Pflegegrad gilt diese Regel nicht - dort sind es 25 Arbeitstage und 70 € je angefangener Woche.
§ 13 Abs. 3a SGB V

Entlastung, die kaum jemand abruft

Diese Ansprüche richten sich an Sie als pflegende Person, nicht an Ihren Klienten. Kaum jemand ruft sie ab. Dabei sind es genau die Hilfen, die eine Pflege zu Hause länger tragen.

6 weitere Tipps in diesem Abschnitt sind für CareNavi Plus vorgesehen.

Und was wir ausdrücklich nicht empfehlen

Drei Abkürzungen, die kursieren und die teuer werden können. Wir nennen sie, weil eine Tipp-Sammlung ohne diese Grenze unvollständig wäre.

Beschwerden aufbauschen

Wer bei der Begutachtung Einschränkungen erfindet oder übertreibt, riskiert die Rückforderung aller Leistungen und ein Strafverfahren wegen Betrugs (§ 263 StGB). Nötig ist das ohnehin nicht. Unter den Tisch fallen fast immer die echten Einschränkungen an schlechten Tagen. Genau dafür ist das Pflegetagebuch da.

Bar bezahlen ohne Rechnung

Ohne Rechnung erstattet keine Pflegekasse den Entlastungsbetrag, und das Finanzamt erkennt haushaltsnahe Dienstleistungen nur bei unbarer Zahlung an. Wer eine Haushaltshilfe privat und ohne Anmeldung beschäftigt, haftet zusätzlich selbst für Unfälle und Sozialabgaben. Der Haushaltsscheck der Minijob-Zentrale kostet wenige Minuten.

Für einen Pflegegrad bezahlen

Kein Dienstleister, keine Beratung und kein Rechner kann einen Pflegegrad zusichern - wer das gegen Gebühr verspricht, verkauft Ihnen eine Ungewissheit. Die Pflegeberatung nach § 7a SGB XI und die Pflegestützpunkte machen dieselbe Arbeit kostenfrei und neutral.

Was davon gilt für Ihre Situation?

Der Fragebogen sortiert in wenigen Minuten, welche Anträge zu Ihrer Lage passen. Er legt sie Ihnen als fertige Musterbriefe hin. Bei Rückfragen antwortet der Pflegechat sofort. Er läuft in Ihrem Browser, Ihre Frage verlässt das Gerät nicht.

Weitersagen

Kennen Sie jemanden, der gerade pflegt? Der Entlastungsbetrag verfällt am 30. Juni.

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